Arbeitsbedingungen an Flughäfen müssen dringend verbessert werden

Seit dem Jahr 2010 haben die Fluggastzahlen an den deutschen Hauptverkehrsflughäfen deutlich zugenommen, von 2010 bis 2018 um 55.748.000 bzw. um ein Drittel (+ 33,42 Prozent), von 166.803.000 auf 222.551.000.

So stieg von 2010 zu 2018 beispielsweise die Zahl der Ein- und Aussteiger am Flughafen Berlin-Schönefeld um 75,31 Prozent, in Rostock-Laage um 69,18 Prozent oder in Berlin-Tegel um 46,94 Prozent.

Im selben Zeitraum nahm die Anzahl des Personals zum Betrieb von Flughäfen nur geringfügig zu. Im Bereich der Flugabfertigung, Flughafenkontrolle, Bodendienste, Feuerwehren und dem Schleppen von Flugzeugen waren im Jahr 2018 56.116 Beschäftigte tätig, dies waren nur 9 Prozent mehr als im Jahr 2010.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann und aus der Luftverkehrsstatistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Zimmermann erklärt als arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE dazu:

„Die Belastung des Personals an Flughäfen ist mittlerweile besorgniserregend. Viele Beschäftigte arbeiten an der Grenze oder darüber hinaus. Die Fluggastzahlen schießen in die Höhe, doch mehr Personal gibt es kaum. Letztlich ist dies auch Ergebnis der Liberalisierung und Deregulierung der Bodenverkehrsdienste an Flughäfen. Zwischen den Anbietern tobt ein Wettbewerb und Preiskampf, der auf Kosten der Beschäftigten und der Sicherheit geht. So kann es nicht weiter gehen. Der Bund, nicht zuletzt auch als Gesellschafter von Flughäfen, muss hier tätig werden und sich für gute Arbeitsbedingungen im Luftverkehr einsetzen, egal ob am Boden oder in der Luft.“

Zimmermann weiter: „Um bei den Bodenverkehrsdiensten den Wettbewerb nach unten zu stoppen verdient die Initiative von ver.di für einen branchenweiten Tarifvertrag die volle Unterstützung. Nur so können verbindliche und gemeinsame Standards hinsichtlich Entlohnung, Arbeitsbedingungen usw. geschaffen werden. Hier geht es auch ganz besonders um Sicherheitsfragen. Die Sicherheit in der Luftfahrt darf nicht von zu wenig Personal und schlechten Arbeitsbedingungen gefährdet werden. Grundsätzlich muss es aber auch darum gehen, unnötigen Luftverkehr, wie kurze Flüge, zu begrenzen. Ein gedankenloses „Weiter so“ darf nicht der Weg sein. Hier muss die Bundesregierung andere Anreize setzen.“

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