Endlich für gleichwertige Lebensverhältnisse sorgen – Erzgebirgskreis bei Entgelten bundesweit Schlusslicht – Stadt Wolfsburg ist Spitzenreiter

Der Erzgebirgskreis war Ende des Jahres 2020 mit einem monatlichen Medianentgelt von 2.407 Euro brutto für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte der Kreis in Deutschland mit dem niedrigsten Medianentgelt, die Stadt Wolfsburg verfügte mit 5.067 Euro brutto über das höchste Medianentgelt.

An zweitletzter Stelle bei den Medianentgelten stand mit 2.422 Euro brutto der Landkreis Görlitz. Die zweithöchsten Entgelte deutschlandweit wurden mit 5.002 Ende 2020 in der Stadt Erlangen gezahlt.

Der Niedriglohnanteil (Entgelte unterhalb der bundeseinheitlichen Schwelle des unteren Entgeltbereichs von 2.284 Euro) lag im Erzgebirgskreis bei 43,2 Prozent, in der Stadt Wolfsburg bei 6,4 Prozent.    

Das Medianentgelt für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte lag Ende 2020 bundesweit bei 3.427 Euro, 18,7 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiteten zu Niedriglöhnen.  

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE erklärt dazu:   

„Von gleichwertigen Lebensverhältnissen kann in Deutschland nicht gesprochen werden. Es ist beschämend, dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet ist. Aber auch im Westen gibt es abgehängte Regionen. Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben.“

Zimmermann weiter:

„Die Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen für mehr gute Arbeit schaffen, die besonders in den Niedriglohnregionen zu wenig vorhanden ist.  Dazu gehört unter anderem die Erhöhung des Mindestlohns auf 13 Euro die Stunde und die Abschaffung von Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit. Zudem müssen Tarifverträge und Tarifbindung gestärkt werden, insbesondere durch verbesserte Regelungen zur Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Wir brauchen in Deutschland endlich höhere Löhne.  Wir brauchen Löhne, von denen man leben kann. Höhere Löhne ziehen auch höhere Renten nach.“