Fast jede/r Fünfte arbeitet an Sonn- und/oder Feiertagen

Im Jahr 2018 arbeiteten in Deutschland 7,1 Millionen abhängig Beschäftigte an Sonn- und/oder Feiertagen und damit 18,8 Prozent aller abhängig Beschäftigten.

Von den 7,1 Millionen Beschäftigten arbeiteten im Jahr 2018 4,7 Millionen ständig oder regelmäßig an Sonn- und/oder Feiertagen, 2,4 Millionen gelegentlich.

Dies geht aus der Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Dazu erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Viele Menschen leisten auch an Sonn- und Feiertagen wichtige Arbeit und können die Tage nicht mit ihren Familien oder ihren Freunden in Ruhe genießen. Das sollten wir nicht vergessen. Das braucht gesellschaftliche Anerkennung. Längst nicht alle Betroffenen erhalten für ihre Sonn- und Feiertagsarbeit einen materiellen Ausgleich. Viele Tarifverträge sehen Zuschläge vor. Tarifverträge gelten aber für immer weniger Beschäftigte. Die Bundesregierung muss Maßnahmen zur Stärkung von Tarifverträgen ergreifen und vor allem die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen erleichtern.“

Zimmermann weiter:

„Im Grundgesetz ist zudem eindeutig festgelegt, dass Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu schützen sind. Die Bundesregierung muss ihre Möglichkeiten nutzen, die zahlreichen Ausnahmeregelungen nach dem Arbeitszeitgesetz einzuschränken. Sonn- und Feiertagsarbeit muss auf ein notwendiges Maß beschränkt werden. Vermeiden lässt sie sich natürlich in vielen Fällen nicht, etwa im Bereich sozialer Dienstleistungen, öffentliche Daseinsvorsorge, Gastgewerbe, Kultur usw. Eingeschränkt werden können aber zum Beispiel die Sonntagsöffnungszeiten im Einzelhandel, die enorm liberalisiert worden sind. Die Öffnungszeiten müssen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Für die Beschäftigten im Einzelhandel geht die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten mit einer großen Belastung einher: das Familienleben leidet, Nichtbetreuung von Kindern außerhalb der Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen usw.“

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