Friseur/Innen, Kosmetiker/Innen und Verkäufer/Innen mit besonders niedrigen Löhnen

Sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in Berufen der Körperpflege, zu denen das Friseurgewerbe und der Kosmetikbereich zählen, haben mit 1.637 Euro brutto (Stand Ende 2018) das niedrigste mittlere Bruttomonatsentgelt aller Berufe gehabt. Der Anteil im unteren Entgeltbereich (unterhalb der bundeseinheitlichen Schwelle von 2.203 Euro) lag hier bei 87,5 Prozent, allgemein bei 19,3 Prozent.

An zweitletzter Stelle standen Berufe in der Floristik mit 1.754 Euro brutto, gefolgt von der Pferdewirtschaft mit 1.840 Euro. An viertletzter Stelle standen Berufe im Verkauf von Lebensmitteln. Hier lag das Medianentgelt Ende 2018 bei 1.872 Euro und der Niedriglohnanteil betrug 71,6 Prozent.

Insgesamt lag das Medianentgelt in Deutschland Ende 2018 bei 3.304 Euro brutto im Monat.     

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:   

„Viel zu viele Beschäftigte werden mit niedrigsten Löhnen abgespeist. Die Bundesregierung ist in der Pflicht die Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu schaffen und gegen Verwerfungen am Arbeitsmarkt vorzugehen. Unter anderem muss der allgemeine Mindestlohn auf 12 Euro erhöht und die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen erleichtert werden.“  

Zimmermann weiter:

„Viele Beschäftigte in den so genannten systemrelevanten Berufen stehen momentan derzeit besonders im Fokus und halten in der Krise den Laden am Laufen. Dass ausgerechnet viele von ihnen, wie zum Beispiel die Verkäuferinnen und Verkäufer im Lebensmittelbereich, eher schlecht bezahlt werden, ist beschämend. Für die Zeit der Krise fordert DIE LINKE einen Zuschlag für die systemrelevanten Berufe. Aber auch nach der Krise darf deren Bedeutung und Engagement nicht vergessen werden. Zu sozialer Gerechtigkeit gehören faire Löhne. Niedrigen Löhnen folgen immer niedrige Renten und Altersarmut ist vorprogrammiert. Arbeit, die arm macht, muss endlich der Vergangenheit angehören.“