Gute Seniorenpolitik gibt’s nicht zum Null-Tarif

„Der Vogtlandkreis hat die älteste Bevölkerung in Sachsen. Nirgendwo sonst hat die Seniorenpolitik daher eine so hohe Bedeutung wie hier. Der integrierte Sozialplan, auf den sich das Landratsamt bezieht, ist im Grundsatz ein sinnvolles Instrument, doch in Zahlen messbare Zielvorgaben sucht man darin weitgehend vergebens. Auch die Antworten auf meine Fragen sind zwar detailliert, doch oft zu unkonkret.

Wie das Ziel eines barrierefreien Nahverkehrs bis 2022 erreicht werden soll, bleibt offen. Abgesehen von den infrastrukturellen Voraussetzungen der Barrierefreiheit muss der öffentliche Nahverkehr an sich gestärkt und nicht abgebaut werden. Busverbindungen beispielsweise sind für viele Seniorinnen und Senioren die einzige Chance auf Mobilität.

Noch düsterer sieht es bei den altersgerechten Wohnungen aus. Das berührt unmittelbar die Lebensqualität älterer Menschen: Wer beispielsweise keine Treppen mehr bewältigen kann, ist buchstäblich in der Wohnung gefangen. Es gibt um Größenordnungen zu wenige altersgerechte Wohnungen, und das nicht erst seit gestern. Künftig wird der Bedarf weiter rasant steigen. Nicht nur der Landkreis ist hier gefragt. Die Kreise, Städte und Gemeinden brauchen finanzielle Unterstützung von Land und Bund, um massiv in bezahlbaren altersgerechten Wohnraum in öffentlicher Hand zu investieren. Nur so können auch ältere Menschen mit kleiner Rente ihren Wunsch verwirklichen, im Alter möglichst lange selbstständig zu Hause zu wohnen. Auch sonst ist gute Seniorenpolitik nicht zum Nulltarif zu haben.

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