Immer mehr Beschäftigte pendeln

Im Jahr 2018 gab es insgesamt 3.349.033 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort nicht in dem Bundesland haben, in dem sie wohnen. 1999 waren es erst 2.138.073 gewesen.

Noch immer pendeln wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung. 2018 pendelten 414.821 ostdeutsche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Westen. Umgekehrt kamen aus Westdeutschland im Jahr 2018 nur 173.544 Beschäftigte zum Arbeiten in die neuen Bundesländer.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Der Druck, im Beruf mobil zu sein und weite Wege zum Arbeitsplatz zurück zu legen, hat in den letzten Jahren unvermindert angehalten. Die Anzahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht an ihrem Wohnort einer Beschäftigung nachgehen, sondern pendeln müssen, hat weiter zugenommen. Der Preis der erhöhten Mobilität ist zunehmender Stress, insbesondere bei den so genannten Fernpendlern, bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Hier sind die Arbeitgeber gefordert, Arbeitszeitmodelle zu finden, die den Beschäftigten Flexibilität einräumen und dem Pendelstress entgegen wirken.“

Zimmermann weiter:

„Der hohe Pendlerüberschuss von Ost nach West ist immer noch Ausdruck der Flucht vor Arbeitslosigkeit und Niedriglöhnen in den neuen Bundesländern. Der ostdeutsche Arbeitsmarkt wird dadurch noch immer wesentlich entlastet, die Probleme überdeckt. Das Entstehen von guter und existenzsichernder Arbeit ist zwar gleichermaßen für West und Ost wichtig, doch der Osten hat hier leider noch immer die schwächere Position. Dies darf die Bundesregierung nicht aus den Augen verlieren.“