Immer mehr Menschen von Umweltverschmutzung betroffen

Von Umweltverschmutzung, Schmutz und anderen Umweltproblemen1 sind in Deutschland zunehmend mehr Menschen betroffen. Waren es 2010 noch 21,1 Prozent der Bevölkerung, so waren 2018 bereits 24,8 Prozent umweltbedingten Belastungen ausgesetzt.

Besonders stark belastet waren Menschen mit geringem Einkommen: Umweltverschmutzung tangierte 27,7 Prozent aller Menschen, die von relativer Armut betroffen waren, aber nur 24,2 Prozent derjenigen mit einem Einkommen oberhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Umweltbelastungen bei Menschen mit einem Einkommen oberhalb dieser Schwelle etwas stärker gestiegen als bei Menschen mit einem geringeren Einkommen, doch ein deutlicher Abstand zwischen beiden Gruppen bleibt bestehen. Relative Armut oder Armutsgefährdung wird anhand der Schwelle von 60 Prozent des mittleren Einkommens gemessen, wobei eine haushaltsbezogene Betrachtung erfolgt.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Sabine Zimmermann, Sozialexpertin der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag, hervor.

Zimmermann erklärt dazu:

„Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Umweltverschmutzung beeinträchtigt immer mehr Menschen in Deutschland. Dabei trifft es nach wie vor am stärksten gerade diejenigen, die ohnehin schon sozial benachteiligt sind, aber offenbar zunehmend auch Menschen mit mittlerem Einkommen. Umweltgerechtigkeit ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, weltweit ebenso wie auch hier bei uns in Deutschland. Die Gefahr ist groß, dass sozial benachteiligte Menschen doppelt bezahlen: Sie sind Umweltbelastungen am stärksten ausgesetzt, obwohl sie selbst dazu am wenigsten beigetragen haben. Zugleich bittet die Umwelt- und Klimapolitik der Bundesregierung sie nun auch noch finanziell zur Kasse.“

Zimmermann weiter: „Wer Umweltgerechtigkeit will, muss für Umweltschutz diejenigen zahlen lassen, die die Probleme verursachen: Die großen Konzerne in Industrie und Energieerzeugung. Es kann nicht sein, dass ärmere Menschen über Verbrauchssteuern und indirekte Steuern die Zeche zahlen sollen. Auch ansonsten muss soziale Gerechtigkeit in der Umweltpolitik stets mitgedacht werden. Beim Schutz vor Emissionen beispielsweise darf sich nicht mehr regelmäßig die stärkste Lobby durchsetzen, die oft die Lobby der Wohlhabenden ist. Vielmehr gilt es vorrangig Ortschaften und Viertel zu schützen, die überwiegend von ärmeren Menschen bewohnt werden.“

1 Smog, Staub, unangenehme Gerüche oder verschmutztes Wasser

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