Internationaler Kindertag am 1. Juni 2020: Kinderarmut endlich wirksam bekämpfen – Jedes siebte Kind von Armut bedroht – Jede/r dritte/r Alleinerziehende/r

Die Armutsgefährdungsquote von Kindern unter 18 ist von 12,4 Prozent im Jahr 2006 auf 14,5 Prozent im Jahr 2018 gestiegen, somit ist rund jedes siebte Kind von Armut bedroht. Im Jahr 2006 waren 1.885.000 Personen unter 18 Jahre armutsgefährdet, 2018 1.974.000.

Besonders stark armutsgefährdet sind Alleinerziehende (Alleinstehende Person mit abhängigen Kindern). Hier lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2018 bei 33,8 Prozent, 2006 lag sie „erst“ bei 24,4 Prozent.

Dies geht aus Daten von Eurostat hervor, die die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni ausgewertet hat.

Die Sozialexpertin der Fraktion DIE LINKE, die auch Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist, erklärt dazu:

„Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind. Statt unbeschwert aufwachsen zu können lernen sie Entbehrungen kennen. Die Bundesregierung muss endlich ein Konzept gegen Kinderarmut vorlegen. Die sozialen Leistungen müssen Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage weiter verschärft. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, unmittelbar zu einem Kindergipfel ins Bundeskanzleramt einzuladen.“

Zimmermann weiter:

„Genau betrachtet geht es bei Kinderarmut um die Armut der Eltern. Wir brauchen Löhne, von denen man leben und seine Familie ernähren kann. Prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs muss zurück gedrängt, der allgemeine Mindestlohn in einem ersten Schritt auf 12 Euro erhöht werden. Insbesondere Alleinerziehende müssen stärker unterstützt werden. Dazu gehören auch bessere Kinderbetreuungsangebote, vor allem in den so genannten Randzeiten.“