Mehr als jede/r Fünfte im Bereich der Arbeitslosenversicherung bekommt keine Geldleistung

Über jede/r fünfte Erwerbslose/r (21,4 Prozent), der von den Agenturen für Arbeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreut wurde, bezog im Jahr 2018 kein Arbeitslosengeld. 172.008 so genannte Nichtleistungsempfänger waren im Jahresdurchschnitt 2018 bei den Arbeitsagenturen registriert, 95.975 Männer und 76.031 Frauen. An Leistungsempfängern gab es im Jahresdurchschnitt 2018 629.921.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Für viele Menschen greift der Schutz der Arbeitslosenversicherung nicht. Das muss sich ändern. Der Zugang zur Arbeitslosenversicherung muss erleichtert und die Schutzfunktion verbessert werden. Die Rahmenfrist, in der die Anwartschaft erworben wird, muss wieder auf 36 Monate ausgedehnt werden und nicht nur auf 30 wie im Qualifizierungschancengesetz der Bundesregierung. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld sollte bereits nach 4 Monaten Beitragszeit entstehen, daraus folgt ein Leistungsanspruch von 2 Monaten. Jede weitere Beschäftigungsdauer von zwei Monaten begründet einen weiteren Anspruch von einem Monat, bis nach 24 Monaten eine Anspruchsdauer von 12 Monaten erreicht wird. Für jedes weitere Beitragsjahr soll ein weiterer Anspruchsmonat entstehen. Für ältere Erwerbslose und Menschen mit Behinderungen muss die Anspruchsdauer grundsätzlich erweitert werden.“