Nur wenige Betriebe bilden aus

Nur rund jeder fünfte Betrieb hatte im Jahr 2017 Auszubildende. Die so genannte Ausbildungsbetriebsquote (Anteil der Betriebe mit Auszubildenden an allen Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) lag im Jahr 2017 bei 19,8 Prozent. 2005 waren es noch 24,1 Prozent. In den alten Ländern betrug die Ausbildungsbetriebsquote 21,3 Prozent, in den neuen Ländern einschließlich Berlin 13,8 Prozent.

Die Zahl der Ausbildungsbetriebe nahm bundesweit von 482.439 im Jahr 2005 auf 427.227 im Jahr 2017 ab. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu: „Es kann nicht sein, dass zunehmend Arbeitgeber über Fachkräftemangel klagen, gleichzeitig aber nur wenige Betriebe ausbilden. Dieser vermeintliche Fachkräftemangel ist hausgemacht. Es muss endlich ein Umdenken der Arbeitgeber stattfinden, die sich ihren idealen Azubi nicht backen können. Anstatt von mangelnder Ausbildungsreife zu schwadronieren, gilt es, Jugendlichen erst einmal eine Chance zu geben.“

Zimmermann weiter: „Die Bundesregierung muss zum Thema Ausbildung deutlich mehr tun als in das Fachkräftemangelgejammer der Arbeitgeber einzustimmen und zu versuchen anderen Ländern begehrte Fachkräfte abzuwerben. Grundsätzlich brauchen wir einen Rechtsanspruch auf Ausbildung und eine Umlagefinanzierung, die alle Betriebe für die Ausbildung in die Pflicht nimmt. Wer nicht ausbildet, soll zahlen. Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen, diese alte Wahrheit ist aktueller denn je.“

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