Nur wenige Langzeiterwerbslose finden einen neuen Job

Von den Langzeiterwerbslosen, die bislang im Jahr 2019 (Januar bis November) ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, war nur in rund jedem 10. Fall (10,8 Prozent) eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt der Grund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Der überwiegende Teil der Langzeiterwerbslosen wurde aus der Statistik gestrichen aufgrund des Abgangs in die so genannte Nichterwerbstätigkeit, 53 Prozent der Abgänge, darunter firmieren Arbeitsunfähigkeit (34,5 Prozent), Fehlende Verfügbarkeit (11 Prozent) und Sonderregelungen (4,4 Prozent). 24,2 Prozent der Abgänge entfielen auf Ausbildung und sonstige Maßnahme.

Für Erwerbslose hingegen, die weniger als 12 Monate arbeitslos waren, war bislang im Jahr 2019 in fast jedem 3. Fall (30,2 Prozent) eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt der Grund für die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann zu den Abgangsgründen aus der Arbeitslosenstatistik hervor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Langzeiterwerbslose finden nur selten einen neuen Job. Die Gründe, warum Langzeiterwerbslose nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, sind nur zu einem kleinen Teil auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt zurück zu führen. Die Bundesregierung muss endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und deutlich mehr für die vielen langzeiterwerbslosen Menschen tun1.“

Zimmermann weiter: „Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik ist dringend notwendig. Es müssen ausreichend Gelder zur Unterstützung bereitgestellt werden. Ein allgemeiner grundsätzlicher Rechtsanspruch auf regelmäßige Weiterbildung ist längst überfällig. Anstatt sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten die Arbeitgeber stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen.“

1 Im November 2019 waren 698.344 Langzeiterwerbslose registriert. Damit war fast jeder dritte Erwerbslose (32 Prozent) ein Jahr oder länger erwerbslos.

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