Rund 10 Millionen Beschäftigungsverhältnisse mit Bruttostundenverdienst von unter 12 Euro

In über jedem vierten (26,27 Prozent) Beschäftigungsverhältnis wurde im April 2018 mit unter 12 Euro die Stunde vergütet. Bundesweit betraf dies 9.992.000 Beschäftigungsverhältnisse von 38.029.000 insgesamt.

In Ostdeutschland lag der Anteil der Beschäftigungsverhältnisse mit unter 12 Euro in der Stunde bei 36,67 Prozent. In Westdeutschland (einschließlich Berlin) betraf dies 24,71 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse.

Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag deutschlandweit bei 19,37 Euro, am niedrigsten war er mit 15,86 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, am höchsten in Hamburg mit 21,89 Euro.

Nach Wirtschaftsabteilungen wurde in der „Gastronomie“ mit durchschnittlich 10,99 Euro am wenigsten gezahlt, gefolgt von „Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau“ mit 11,99 Euro.

Dies geht aus der Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:   

„Viel zu viele Beschäftigte werden mit niedrigen Löhnen abgespeist. Die Bundesregierung ist in der Pflicht die Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu schaffen und gegen Verwerfungen am Arbeitsmarkt vorzugehen. Die Empfehlung der Mindestlohnkommission für die künftige Höhe des Mindestlohns ist nicht akzeptabel und zementiert den Niedriglohnbereich. Die Arbeitgeber haben offensichtlich eine spürbare Anhebung des Mindestlohns verhindert. Dringend notwendig wäre die Erhöhung in einem ersten Schritt auf 12 Euro. Millionen Beschäftigte würden davon profitieren, vor allem im Osten.“

Zimmermann weiter:

„Mindestlöhne markieren aber nur die untere Grenze, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Darüber hinaus gehende Tariflöhne müssen der Regelfall sein. Die Gewerkschaften müssen gestärkt werden und die Tarifbindung muss wieder steigen. Dazu muss auch die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen erleichtert werden. Armutslöhne müssen der Vergangenheit angehören. Von Arbeit muss man leben können.“