Starke Zunahme von Mehrfachbeschäftigten

Immer mehr Beschäftigte gehen mehreren Jobs nach. Waren es Mitte 2018 bundesweit 3.414.085 Mehrfachbeschäftigte, sind es Mitte 2019 3.537.686 gewesen. Im Jahr 2004 waren es erst 1.857.898.

Mit 2.991.697 Mitte 2019 ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung die häufigste Kombination, gefolgt von 345.440 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit mindestens einem weiteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Eine dritte Variante ist die Ausübung einer ausschließlichen geringfügigen Beschäftigung und mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung in 260.666 Fällen Mitte 2019.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig. Laut einer im vergangenen Jahr erschienenen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung sind für 53 Prozent der Befragten finanzielle Schwierigkeiten bzw. Nöte ausschlaggebend für die Nebentätigkeit. 24 Prozent konnten keine Vollzeitstelle finden und haben daher die Nebentätigkeit aufgenommen, um finanziell aufzustocken.1

Zimmermann weiter: „DIE LINKE fordert die Erhöhung des Mindestlohns in einem ersten Schritt auf 12 Euro die Stunde. Es bedarf aber weiterer Maßnahmen, unter anderem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit und von sachgrundlosen Befristungen. Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige existenzsichernde Beschäftigung überführt werden. Arbeit, von der man leben kann, ist das Maß der Dinge, dafür muss die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen.“

1 WSI Report Nr. 48, März 2019 „Mehrfachbeschäftigungen in Deutschland. Struktur, Arbeitsbedingungen und Motive“ Seite 9

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