Starke Zunahme von Mehrfachbeschäftigten

Immer mehr Beschäftigte gehen mehreren Jobs nach. Waren es Mitte 2017 bundesweit 3.264.757 Mehrfachbeschäftigte, sind es Mitte 2018 3.414.085 gewesen. Im Jahr 2004 waren es erst 1.857.898.

Mit 2.873.023 Mitte 2018 ist eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einer zusätzlichen geringfügigen Beschäftigung die häufigste Kombination, gefolgt von 326.192 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mit mindestens einem weiteren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.

Eine dritte Variante ist die Ausübung einer ausschließlichen geringfügigen Beschäftigung und mindestens einer weiteren geringfügigen Beschäftigung in 271.341 Fällen Mitte 2018.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig. DIE LINKE fordert die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro die Stunde. Es bedarf aber weiterer Maßnahmen, unter anderem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit und von sachgrundlosen Befristungen. Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige existenzsichernde Beschäftigung überführt werden. Arbeit, von der man leben kann, ist das Maß der Dinge, dafür muss die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen.“