Viele Integrationen aus Hartz IV in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht bedarfsdeckend

Nur 58,4 Prozent (272.830 von 466.943) der Integrationen von alleinlebenden Hartz IV-Beziehenden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung waren im Jahr 2018 bedarfsdeckend (Eine bedarfsdeckende Integration liegt vor, wenn eine Person drei 3 Monate nach einer Integration keine Leistungen nach dem SGB II bezieht.).

Bei über 55-Jährigen waren im Jahr 2018 sogar über die Hälfte der Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht bedarfsdeckend. Die Quote der bedarfsdeckenden Integrationen lag nur bei 46,9 Prozent. Bei Alleinerziehenden lag der Anteil von bedarfsdeckenden Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit nur 38,4 Prozent im Jahr 2018 noch darunter.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Trotz Arbeit bleiben Viele im Hartz-IV-System gefangen. Nach wie vor gibt es zu wenig gute und existenzsichernde Arbeit. Es ist ein Skandal, dass Hartz IV-Beziehende unter Androhung von Sanktionen in prekäre Beschäftigung hinein gezwungen werden können. Das Hartz-IV-System muss durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden, die wirklich vor Armut schützt und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.“

Zimmermann weiter:

„Die Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen für gute Arbeit schaffen. Dazu gehört unter anderem ein Mindestlohn von 12 Euro die Stunde und die Abschaffung von Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit sowie der sachgrundlosen Befristung. Das Normalarbeitsverhältnis in Vollzeit, von dem man leben kann, muss wieder für mehr Menschen möglich werden.“