Von Arbeit muss man leben können

In den Jahren von 2007 bis 2019 wurden insgesamt über 126 Milliarden Euro (126.442.449.171) an Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen gezahlt. Im Jahr 2019 waren es als Jahressumme 9,4 Milliarden Euro, 2007 knapp 9 Milliarden Euro.

2019 gab es einen durchschnittlichen Bestand von 880.176 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen (511.474 BG mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 311.722 BG mit mindestens einem ausschließlich geringfügig Beschäftigten). Der durchschnittliche monatliche Zahlungsanspruch je Bedarfsgemeinschaft mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen betrug im Jahr 2019  891 Euro.

Dies geht aus dem offiziellen Statistikangebot der Bundesagentur für Arbeit zur Grundsicherung für Arbeitsuchende hervor, welches die Abgeordnete Sabine Zimmermann ausgewertet hat.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. erklärt dazu:

„Milliardenbeträge aus Steuermitteln werden aufgewendet, um nicht existenzsichernde Arbeit aufzustocken. Die Gesellschaft subventioniert so seit vielen Jahren Arbeitgeber, die Niedriglöhne zahlen oder ihren Beschäftigten nur Arbeitsverhältnisse in Teilzeit oder Minijobs anbieten, obwohl viele gerne länger arbeiten würden. Das ist eine verdeckte Subventionierung von Lohndumping, mit der die Bundesregierung prekäre Beschäftigung voran treibt und zementiert. Für die Beschäftigten, die aufstocken müssen, ist es entwürdigend, dass sie trotz Arbeit zum Sozialfall werden und sich dem Repressionssystem Hartz IV unterwerfen müssen, um zu überleben.“

Zimmermann weiter:

„Prekäre Beschäftigung muss endlich zurück gedrängt werden. Der Mindestlohn ist in einem ersten Schritt auf 12 Euro zu erhöhen. Systematische Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit muss endlich unterbunden werden. Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden. Von Arbeit muss man leben können, dies darf nicht in Frage gestellt werden.“