Weiterbildung im SGB II-Bereich stark rückläufig

Der durchschnittliche Bestand an Teilnehmenden in beruflicher Weiterbildung im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) ist seit dem Jahr 2010 deutlich zurückgegangen. Gab es im Jahr 2010 im Jahresdurchschnitt noch 95.507 Teilnehmende, sind es 2018 nur noch 52.646 gewesen. 2017 waren es 59.087.

Die Ausgaben zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Rechtskreis SGB II gingen von 612 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 582 Millionen Euro im Jahr 2018 zurück.

Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben je Förderung der beruflichen Weiterbildung betrugen im Jahr 2018 deutschlandweit 956 Euro. Die Spannbreite reichte von 766 Euro in Hessen bis zu 1.063 Euro in Hamburg.

Die durchschnittliche abgeschlossene Teilnahmedauer bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung betrug im Jahr 2018 für den Rechtskreis SGB II deutschlandweit 178 Tage.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

„Im Vergleich zur Gesamtzahl der Erwerbslosen im Hartz-IV-System ist Weiterbildungsförderung allenfalls ein Schmalspurgrogramm. Vor diesem Hintergrund ist es absurd, wenn Arbeitsminister Heil nicht müde wird zu betonen, dass Weiterbildung der Dreh- und Angelpunkt sei, um die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern zu erhalten und Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die Zahlen zur Weiterbildung sprechen eine andere Sprache. Durch die Digitalisierung und den Strukturwandel drohen in den nächsten Jahren Millionen Menschen erwerbslos und abgehängt zu werden.“

Zimmermann weiter:

„Die Bundesregierung muss endlich eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik vollziehen. Sowohl Beschäftigte als auch Erwerbslose brauchen einen allgemeinen Rechtsanspruch auf regelmäßige Weiterbildung. Dazu muss aber deutlich mehr Geld im Bereich des SGB II zur Verfügung gestellt werden. Qualifizierung ist das A und O um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.“

Presseecho: Artikel in RP-Online vom 30.9.2019