Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter in Sachsen steigt

Immer mehr Menschen müssen in Sachsen die im Jahr 2003 eingeführte spezielle Sozialhilfe für Rentnerinnen und Rentner, die sogenannte Grundsicherung im Alter, in Anspruch nehmen.

Von 2017 zu 2018 ist deren Anzahl von 11.341 auf 11.731 gestiegen. Frauen beziehen häufiger die Grundsicherung im Alter. 2018 bezogen 6.129 in Sachsen die Sozialleistung, bei den Männern waren es 5.602.

Der durchschnittliche Bruttobedarf der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter lag im Jahre 2018 bei 716 Euro.

Dies geht aus der Antwort des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen auf eine Anfrage der Zwickauer Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Dazu erklärt die Sozialexpertin der Fraktion DIE LINKE:

„Es ist bitter, dass Menschen in ihrem Ruhestand nicht von ihrer Rente leben können und zum Sozialfall werden. Für die Zukunft ist ein weiterer Anstieg der Menschen, die die Grundsicherung im Alter beantragen müssen, zu erwarten. Dazu kommt noch eine nicht geringe Zahl von eigentlich Anspruchsberechtigten, die aber aus Scham oder Unwissenheit keinen Antrag stellen. Vor allem im Osten haben die durch häufige Arbeitslosigkeit, insbesondere auch Langzeitarbeitslosigkeit, unterbrochenen Erwerbsbiographien zugenommen, die große Löcher in die Rentenansprüche reißen. Es ist endlich an der Zeit, dass die Bundesregierung die sich ausbreitende Altersarmut wirklich versucht einzudämmen. Um dies zu erreichen, muss unter anderem das Rentenniveau wieder angehoben werden, auf mindestens 53 Prozent. Um einen Mindeststandard in der gesetzlichen Rente zu garantieren fordern wir die Einführung einer Solidarischen Mindestrente. Die Hochwertung der Ost-Renten muss so lange erhalten bleiben, bis sich das durchschnittlich niedrigere Lohnniveau im Osten an das höhere Westniveau angenähert hat.“

Zimmermann weiter:

„Aber auch dem Niedriglohnsektor muss ein Riegel vorgeschoben werden. Niedrige Löhne ziehen immer niedrige Renten nach sich. Negativ wirkt sich hier natürlich auch das langjährige Werben der sächsischen Wirtschaftsförderung mit den niedrigeren Löhnen aus. DIE LINKE fordert unter anderem einen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde und das Eindämmen von prekärer Beschäftigung.“